Jesus spricht zu Thomas: Weil du mich gesehen hast, darum glaubst du? Selig sind, die nicht sehen und doch glauben! (Joh 20,29 – der Monatsspruch)
Diese Seligpreisung Jesu hat eine Vorgeschichte: Nach dem Bericht des Evangelisten Johannes war der Jünger Thomas nicht anwesend, als Jesus nach seiner Auferstehung den Jüngern erschien. Sie erzählten ihm davon, doch er zweifelte im Gegensatz zu den anderen Jüngern, dass der Erschienene wirklich der Jesus war, mit dem er über viele Monate im Land unterwegs gewesen ist. Der den Menschen seine göttliche Macht gezeigt hat, indem er große Wunder tat, Kranke heilte und sogar Tote auferweckte. Der auf diese Weise aus lauter Liebe zu den Menschen ihnen einen Blick in den Himmel gewährte, wo es keine Not, kein Leid, kein Elend und keinen Tod mehr gibt, sondern wo das Leben in der Gemeinschaft mit ihm und Gott, seinem Vater, auf ewig davon befreit ist, also heil ist. Thomas wollte sich bei der nächsten Erscheinung selbst davon überzeugen, dass es wirklich dieser Jesus ist, indem er seine Wunden berührt. Er wollte glauben können, dass er wirklich auferstanden ist, wie es die anderen Jünger ihm berichtet hatten. Er wollte glauben können, dass der Tod die Liebe und die Macht dieses Jesus nicht hat brechen können – gegen allen Anschein in der Welt.
Als Jesus das nächste Mal den Jüngern erschien, forderte er Thomas auf, seine Finger in die Wundmale zu legen, damit auch er glauben kann. Doch Thomas tut das nicht, sondern bekennt sich stattdessen zu ihm mit den Worten, die vorher noch nie einer zu Jesus gesagt hatte: „Mein Herr und mein Gott!“ Durch das wunderhafte Erscheinen des Auferstandenen konnte er nun an ihn, den Gottessohn, glauben. Er erkannte ihn als seinen Herrn und seinen Gott. Nun spricht Jesus: Weil du mich gesehen hast, darum glaubst du? Selig sind, die nicht sehen und doch glauben!
Wohl denen bzw. glücklich dürfen sich die preisen (so hier Umschreibungen des Selig-Seins), die an Jesus als ihren auferstandenen Herrn und Gott glauben, auch wenn sie ihn nicht sehen. Diese Seligpreisung ist bereits ein Wort Jesu an alle, die der Generation seiner Jünger, denen er erschien, folgen werden, also auch an uns heute. Niemandem nach dieser Generation der Augenzeugen ist er leiblich erschienen. Niemand kann sich deshalb seither wie sie davon überzeugen, dass er tatsächlich der ist, der Macht über Leben und Tod hat und der die Auferstehung und das Leben bleibend verkörpert. Denn er, der vom himmlischen Vater Gesandte, ist zurückgekehrt zu ihm. Das hatte Jesus seinen Jüngern schon in seinen Abschiedsreden vor seiner Verhaftung, Verurteilung und Kreuzigung angekündigt.
Weiterlesen …