In heutiger Zeit wird viel über Lebensqualität gesprochen. Die Vorstellungen darüber sind jedoch oft sehr verschieden. Am meisten wird darunter verstanden: mit seinem Leben im Großen und Ganzen zufrieden zu sein, sich wohl zu fühlen, gesund zu sein, gute Arbeit und schönes Hobby zu haben, das erfüllt, viele gute Reisen unternehmen zu können, keine Not leiden zu müssen. „Bassd scho!“ So antwortete mir mal jemand in seinem fränkischen Dialekt auf meine Frage, ob es ihm gut gehe.
Die Zahl derer, die die Qualität ihres Lebens nach solchen Merkmalen einschätzen, liegt Schätzungen zufolge weltweit bei etwa nur einem Drittel der Menschheit. Die übrigen Zweidrittel erleiden in irgendeiner Weise Mangel, der ihnen solch ein Leben nicht ermöglicht. Auch innere Leere, die Menschen erfahren, die keine materielle Not haben und gesund sind, kann zur Minderung ihrer Lebensqualität führen.
Es gibt vielerlei Not in der Welt und um uns herum, die das Leben der Betroffenen erschwert und einschränkt, die sie unglücklich macht und am Sinn ihres Lebens verzweifeln lässt. Denn jeder Mensch fragt sich vor allem dann, wenn es ihm nicht gut geht: Wer bin ich denn? Wozu bin ich da? Wer ein erfülltes Leben hat, dem stellen sich diese Fragen weit weniger.
Um die Qualität des Lebens dreht sich auch ein Satz im Johannesevangelium, der als Spruch für diesen Monat ausgewählt wurde (Joh 10,10): Jesus Christus spricht: Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben. Schon auf den ersten Blick ist ersichtlich, Jesus ist einer, der sich um das Leben der Menschen kümmert. Wie? Das wird aus dem Zusammenhang deutlich, in dem dieser Satz steht: „Ich bin die Tür; wer durch mich hineingeht, wird gerettet werden; er wird ein- und ausgehen und Weide finden. Der Dieb kommt nur, um zu stehlen, zu schlachten und zu vernichten; ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben. Ich bin der gute Hirt. Der gute Hirt gibt sein Leben hin für die Schafe.“ (Einheitsübersetzung) Jesus übernimmt also Verantwortung für die anderen. Er sorgt sich um sie wie ein guter Hirte. Wir denken dabei an Ps 23, der uns das Bild von einem guten Hirten vor Augen führt: kein Mangel, grüne Auen, frisches Wasser, gestärkte Seele, Gehen auf gerader Straße, Geborgenheit. Ein solcher Hirte steigert die Lebensqualität.
Wer wie Jesus gegenüber seinen Mitmenschen so handelt, der trägt dazu bei, ihren Mangel an Leben zu mindern, so dass es erfüllter wird. Niemand soll nach Gottes und Jesu Willen Mangel erleiden. Jeder kann also dazu beitragen, indem er wie Jesus den Nächsten nicht übersieht, sondern sich um ihn sorgt wie ein guter Hirte.
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