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Gedanken zu den biblischen Monatssprüchen

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Gedanken zum Monatsspruch Februar 2026, Dtn 26,11

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Geschrieben von: Roland Voigt
Veröffentlicht: 29. Januar 2026

Du sollst fröhlich sein und dich freuen über alles Gute, dass der Herr, dein Gott, dir und deiner Familie gegeben hat. (Dtn 26,11 – Spruch für diesen Monat)

Wer freut sich eigentlich nicht, wenn ihm Gutes widerfährt. Ich kenne jedenfalls niemanden. Das Gute jedoch mit Gott in Verbindung zu bringen, das sehen in heutiger Zeit die meisten Menschen nicht. Es wird dann meist von Glück gehabt gesprochen oder auch vom Zufall. Es wird auf die eigenen Bemühungen und die Tüchtigkeit verwiesen, um sich des Lebens erfreuen zu können usw. Wie auch immer, viele derjenigen sehen in dem Guten, was ihnen widerfährt und sie sich darüber freuen, keinen Zusammenhang mit Gott. Viele Menschen kenne ich, die sich über das Gute in ihrem Leben nicht weniger freuen als die, die an Gott glauben – jedenfalls sieht es auf den ersten Blick so aus. Doch dazu später mehr.

Der Vers Dtn 26,11 gehört zu einem Glaubensbekenntnis im Rahmen einer Liturgie zum Erntedankfest in Jerusalem in der spätvorexilischen Zeit (Ausgang 7. Jh. v. Chr.). Die Teilnehmer bekunden: Alles, was ich bin und habe, ist mir von Gott geschenkt, ist seine Gabe für mich und die Meinen. Ich lebe davon. Angesichts solchen Glückes werden die Teilnehmer dazu ermuntert, sich darüber zu freuen und fröhlich zu sein. Die Freude ist ja Ausdruck eines solchen Glückes. So auch die Redewendung, der Glückliche freut sich des Lebens.

In der Glücksforschung heißt es: Wahrhaft glücklich sieht sich der Mensch und es erfüllt ihn daher mit Freude und Dankbarkeit, wenn sein Leben von großer Zufriedenheit und Wohlbefinden durchzogen ist, wenn er also zu seinem Leben als Ganzem Ja sagen kann. Das kann er erreichen, indem er soziale Beziehungen eingeht und pflegt, die Freuden des Lebens genießt, Sport treibt, Kunst und die Natur bewusst auf sich einwirken lässt, meditiert und in allem, was er tut, einen Sinn für sich und andere erkennt. Allerdings wird auch darauf hingewiesen, dass wahres, vollkommenes Glück durch solche „self made man“-Praktiken nicht vollständig erreichbar ist. Glück, Lebensfreude bleiben bruchstückhaft und sind nicht dauerhaft. Denn selbst bei Menschen, die sich wirklich glücklich preisen, leuchtet letztlich immer am Horizont der vorhandenen Wirklichkeit etwas davon auf, dass das bisher erreichte Glück doch nicht vollkommen ist. Da wird erkannt: Vollkommenes Glück und Lebensfreude sind letztlich nicht verfügbar und nicht machbar.

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Gedanken zum Monatsspruch Dezember 2025, Mal 3,20

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Geschrieben von: Roland Voigt
Veröffentlicht: 28. November 2025

Im Advent gibt es zahlreiche Traditionen, die über Hunderte von Jahren gewachsen sind: Adventskalender, Adventskränze, Advents- und Weihnachtslieder, Geschichten um Weihnachten, selbstgebackene Plätzchen, Weihnachtsmärkte, Konzerte, Lichterketten, Gottesdienstbesuche, Verwandte und Freunde besuchen, mit ihnen feiern und essen, Gemeinschaft pflegen. All das trägt zum besonderen Charakter von Weihnachten und der Adventszeit davor bei, weil – so verstehen es die meisten – Weihnachten eben ein Fest der Liebe ist. „So könnte man sagen, dass Weihnachten kein bestimmter Zeitpunkt, nein, auch keine Jahreszeit ist, sondern vielmehr ein Gefühl.“ Dies las ich vor zwei Jahren in einer Zeitschrift. Und in einer Konferenz vor vielen Jahren sagte einer der Teilnehmer: „Wenn es Weihnächten nicht gäbe, müsste es erfunden werden.“ Doch was hat es auf sich mit Weihnachten als Fest der Liebe?

Wir müssen weit ausholen, um den Spruch für diesen Monat mit in den Blick zu bekommen. Er steht im Buch des Propheten Maleachi und stammt wohl aus der Zeit zwischen 250 bis 300 vor Christi Geburt. Darin kündigt Gott sein Kommen damaligen Juden an: Gott spricht: Euch aber, die ihr meinen Namen fürchtet, soll aufgehen die Sonne der Gerechtigkeit und Heil unter ihren Flügeln (Mal 3,20). Das im Alten Orient weit verbreitete Motiv der geflügelten Sonnenscheibe galt als Symbol von heidnischen Sonnengöttern, die Heil und Gerechtigkeit bringen sollen. Hier jedoch wird Gott selbst Heil und Gerechtigkeit bringen – und zwar an einem kommenden Tag, seinem endgültigen Gerichtstag. Da wird er die übermütigen Gottlosen im Gottesvolk vernichten. Die ihm aber treu geblieben sind trotz des Spottes, der Verhöhnung und der Schmach durch jene, wird er erretten. Darauf dürfen sie hoffen. Das sagte Gott ihnen zu. Auf diesen Tag können sie sich daher schon heute freuen.

In dieser Weise hat sich Gottes Zusage allerdings nicht erfüllt. Es kam ganz anders. Es kam nicht der Tag der Abrechnung, sondern der Tag mit der Geburt des göttlichen Sohnes Jesus in Bethlehem. Mit ihm, in ihm kam Gott selbst in die menschliche Welt, nicht um den Frevlern den Garaus zu machen, sondern weil er die Menschheit liebt und Mitleid mit ihnen allen hat – vor allem mit denen, die unter Unrecht, Unfrieden, Not und Lieblosigkeit leiden, Mitleid selbst mit den Frevlern, den übermütig Gottlosen. Alle, die nun zum Glauben an ihn kommen, werden aus solchen unheilvollen Zuständen befreit und erlangen das ewige Leben, so sagt es Jesus selbst (Joh 5,24). Sie erlangen das Heil in einem Maße, wie es sich Maleachi nicht vorstellen konnte: 1. Gottes Heilsangebot ergeht an alle Menschen und 2. Die vollkommene Gerechtigkeit und das Heil wird allerdings noch nicht innerweltlich, also noch nicht im irdischen Leben vollends erfahrbar, sondern erst am Ende der Zeit. Das besteht in der Teilhabe an Gottes ewiger Gemeinschaft, wo er das Leben in neuer Gestalt vollenden wird.

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Gedanken zum Monatsspruch November 2025, Ez 34,16

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Geschrieben von: Roland Voigt
Veröffentlicht: 30. Oktober 2025

In dieser nun dunklen Jahreszeit gegen Ende des Jahres wird uns Menschen mehr als sonst unsere Sehnsucht nach Licht und nach der Fülle des Lebens bewusst, jedenfalls dann, wenn wir von der Hektik und dem Getriebensein in unserer Zeit etwas Abstand zu gewinnen versuchen. Unsere Gedanken kreisen mehr als sonst um das, was unser Leben ausmacht, was uns beschwert und sogar fesselt und einem Leben in Fülle entgegensteht. Sie nähren die Sehnsucht nach einem seligen, also überaus glücklichen Leben, das über den Tod hinausgeht. Dass die Wunden, die man im Leben bekommt, verbunden und geheilt werden. Dass die Irrungen und Wirrungen im Leben ein Ende finden und man sich geborgen und wie zu Hause weiß. Dass es ein ungetrübtes Leben voller Glückseligkeit wird.
Der Spruch für diesen Monat aus dem Buch des Propheten Ezechiel (Ez 34,16) ist eine solch heilvolle Zusage, gesprochen gut 500 Jahre vor Jesus Christus: Gott spricht: Ich will das Verlorene wieder suchen und das Verirrte wieder zurückbringen und das Verwundete verbinden und das Schwache stärken. Gott selbst will als guter Hirte (Vers 12) sich seines unglücklichen Volkes annehmen, dem es erbärmlich geht. Denn die Verantwortlichen im Volk – es sind die Politiker, aber auch jeder Einzelne, der seiner Verantwortung für andere nicht gerecht wird – nutzen das Volk wie falsche Hirten aus, behandeln es ungerecht und halten es schonungslos zum eigenen Vorteil nieder und beuten es aus. Er, Gott, wird dem ein Ende bereiten, indem er ihnen die Verfügungsgewalt entziehen und für sein Volk wie ein wahrer Hirte sorgen und es retten wird. Er wird persönlich eingreifen und eine neue, innige Gemeinschaft mit seinem Volk herstellen, so dass es ihm an nichts mehr fehlen wird. Er stärkt die Schwachen. Er verbindet die Verletzten. Er bringt die Verirrten wieder zurück im Gegensatz zu den untreuen, Hirten, die ihre Herde im Stich lassen. Gott nimmt sich der Menschen an und überlässt sie nicht einfach sich selbst und ihrem Schicksal. So kündigt es der Prophet an. Das Wie der Verwirklichung dieser Zusage Gottes ist jedoch nicht so eindeutig, wie es in Ez 34,23-31 erzählt wird. Denn die Einsetzung eines Knechts und Fürsten aus dem Geschlecht Davids durch Gott kann auch symbolisch gemeint sein, was jedoch keinesfalls die Zusage Gottes relativiert. Wie auch immer, in ihm ist jedenfalls Gott selbst am Werk.

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Gedanken zum Monatsspruch Oktober 2025, Lk 17,21

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Geschrieben von: Roland Voigt
Veröffentlicht: 28. September 2025

Wir Menschen sehnen uns, so lange wir leben, nach Glück, Liebe, Gerechtigkeit und Frieden. Wir jagen dem ein Leben lang nach. Manchmal gelingt es uns für einen Moment, glücklich zu sein sowie Liebe, Gerechtigkeit und Frieden zu erfahren und unseren Alltag ohne Not und Sorgen bestreiten zu können. Aber das ist nur von kurzer Dauer. Denn Bosheit, Hass, Neid, Gier, Ungerechtigkeit, Unfriede, das alles ist ja nicht aus der Welt. Sondern wir erleben das jeden Tag – im Kleinen wie im Großen. Viele Menschen leiden darunter, weil alles, was sie für ein glückliches, zufriedenes, friedvolles Leben erträumten, den Bach runtergeht und sie von Existenzängsten bedroht oder gar beherrscht werden. Die Medien berichten oft über ihr Leid, ihre Ängste und ihre Verzweiflung, in der das Leben manchmal sogar zur Hölle wird. Andere, die weniger davon betroffen sind, stumpfen mit der Zeit ab oder verdrängen alles, was aber nur eine kurze Zeit hilft.
Im Grunde genommen jagen wir Menschen ein Leben lang danach, ohne Nöte und in Liebe, Glück, Gerechtigkeit und Frieden leben zu können. Doch weiß der Mensch wirklich, was er braucht, um heute und in Zukunft tatsächlich umfassend glücklich zu werden? Die vielen Versuche, die er immer wieder unternimmt, um sich selbst Glück zu bescheren, auch die sind nur von kurzer Dauer. Das wissen wir alle und haben es erfahren. Das dauerhafte Glück findet man nicht, indem man beispielsweise außergewöhnliche Schiffs- und Weltreisen unternimmt und in Luxus schwelgen kann. Auch nicht, wenn man meint, dass es sich einstellt, wenn man an den Schalthebeln der Macht sitzt. Oder wenn man der Größte und Beste ist und alle einem zujubeln, auch wenn das erst einmal Glücksgefühle auslöst. Das alles vergeht auch wieder. Es macht zwar voll, aber letztlich nicht satt. Den Lebenshunger nach dauerhaftem, bleibendem Glück, nach ebensolcher Liebe, Gerechtigkeit und Frieden kann das alles nicht stillen. Und das war zu allen Zeiten so. Doch muss das so bleiben? Kann sich das nicht auch zum Guten verändern?

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Gedanken zum Monatsspruch September 2025, Ps 46,2

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Geschrieben von: Roland Voigt
Veröffentlicht: 22. August 2025

In den letzten Jahren, so besagen es die Umfragen, schätzen immer mehr Menschen ihre Zukunftsaussichten negativ ein. Gründe dafür liegen in vielfältigen Ängsten. Z.B. hat das viel mit der Angst zu tun, dass die zahlreichen Krisen in der Welt nicht mehr beherrschbar sein könnten, vor allem hinsichtlich der Kriegsgefahr, der Handels- und Zollkriege, der autoritären, antidemokratischen Politik der Großmächte, der Zunahme von Rechts- und Linksextremismus, der zunehmenden Störung des inneren Friedens in unserem Land und der Angst vor dem sozialen Abstieg von immer mehr Bevölkerungsschichten, weil die Schere zwischen Armen und Reichen sich weiter öffnet. Nicht zu vergessen sind die Ängste aufgrund der Veränderungen durch den Klimawandel und unsere menschengemachte Umweltverschmutzung. Die Angst vor ernsthaften Erkrankungen, Pandemien und Schicksalsschlägen, Angst vor Trump, vor Terror und Konflikten in der Welt und in unserem Land usw. Vieles könnte ich hier noch nennen, was viele Menschen nicht zuversichtlich sein lässt, weil sie für ihre Zukunft nur wenig Positives erblicken. Das nimmt ihnen die Lebensfreude und macht zudem so manchen krank, psychisch und auch physisch.
Alle Menschen wünschen sich, zuversichtlich zu sein und zu bleiben, nämlich positiv in die Zukunft blicken zu können. Wenn aber die Zuversicht sich eintrübt, so wird allgemein geraten, sich seiner eigenen Fähigkeiten bewusst zu werden und auf sie tief zu vertrauen, um die Herausforderungen meistern zu können, so dass die erstrebten positiven Ergebnisse sich einstellen können und die Freude am Leben sowie Gesundheit und Wohlbefinden gestärkt werden.
Die eigene Zuversicht also zu stärken, das könne man trainieren. Dazu gibt es gerade in heutiger Zeit zunehmende Angebote. Das Ziel: mit positivem Denken das Unterbewusstsein so zu aktivieren, dass negative Gedanken aus dem Kopf allmählich verschwinden. Die sich einstellende Zuversicht spendet dann die notwendige Kraft, um Herausforderungen anzunehmen. Es gibt auch eine Reihe von Sprüchen, die in diese Richtung weisen, wie z.B. der beliebte Spruch in Poesiealben: „Wenn du denkst, es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her!“ Oder auch: „Wir schaffen das!“ „Wird schon!“ „Alles wird gut!“ Sich quasi selbst aus negativen Gedanken und Gefühlen herauszuziehen, das hilft jedoch nur bis zu einem gewissen Grad. Denn letztlich bleiben wir in unserem Mensch-Sein mit all unseren Ängsten, mit unseren Unzulänglichkeiten, unseren Aggressionen, unserer mangelnden Lieblosigkeit gegenüber unseren Mitmenschen und unserer Schuld gefangen.

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  1. Gedanken zum Monatsspruch August 2025, Apg 26,22
  2. Gedanken zum Monatsspruch Juli 2025, Phil 4,6
  3. Gedanken zum Monatsspruch Juni 2025, Apg 10,28
  4. Gedanken zum Monatsspruch Mai 2025, Joel 1,19-20
  5. Gedanken zum Monatsspruch April 2025, Lk 24,32
  6. Gedanken zum Monatsspruch März 2025, Lev 19,33
  7. Gedanken zum Monatsspruch Februar 2025, Ps 16,11
  8. Gedanken zum Monatsspruch Dezember 2024, Jes 60,1
  9. Gedanken zum Monatsspruch November 2024, 2 Petr 3,13
  10. Gedanken zum Monatsspruch Oktober 2024, Klgl 3,22-23
  11. Gedanken zum Monatsspruch September 2024, Jer 23,23
  12. Gedanken zum Monatsspruch August 2024, Ps 147,3
  13. Gedanken zum Monatsspruch Juli 2024, Ex 23,2
  14. Gedanken zum Monatsspruch Juni 2024, Ex 14,13
  15. Gedanken zum Monatsspruch Mai 2024, 1 Kor 6,12
  16. Gedanken zum Monatsspruch April 2024, 1. Petr. 3,15
  17. Gedanken zum Monatsspruch März 2024, Mk 16,6
  18. Gedanken zum Monatsspruch Februar 2024, 2 Tim 3,16
  19. Gedanken zum Monatsspruch Dezember 2023, Lk 2,30-31
  20. Gedanken zum Monatsspruch November 2023, Hi 9,8-9
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