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Gedanken zu den biblischen Monatssprüchen

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Gedanken zum Monatsspruch Mai 2026, Hebr 6,19

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Geschrieben von: Roland Voigt
Veröffentlicht: 26. April 2026

Die Hoffnung haben wir als einen sicheren und festen Anker unserer Seele. (Hebr 6,19 – der Monatsspruch)
Hoffnung haben und behalten, das ist nicht immer leicht. Immer wieder gibt es Enttäuschungen, wenn sich Erwartungen und Aussichten auf Besserung nicht erfüllen – in der Welt und im eigenen Leben. Vielen spricht der römische Dichter Ovid, ein Zeitgenosse Jesu, dann aus dem Herzen, der sagte: „Hoffen und Harren macht manchen zum Narren.“
Nicht alle unserer Hoffnungen sind tatsächlich realistisch. Er gibt auch ferne, unrealistische, die eher Wunschträume sind. Manche Hoffnungen sind eher nebensächlich und banal. Andere jedoch sind existenziell notwendig, also unbedingt wichtig für unser Leben. Zerplatzen sie wie Seifenblasen, werden wir unglücklich, resignieren, werden depressiv, verlieren den Lebenssinn. Sie schlagen in Verzweiflung um. Deshalb greifen wir nach jedem Strohhalm, der unsere Hoffnung wach halten kann. Da heißt es dann nur noch: „Die Hoffnung stirbt zuletzt.“ Dass sie nicht stirbt, dass nicht auch noch der letzte Strohhalm einer Hoffnung wie eine Seifenblase zerplatzt, dagegen wird oft angerannt. Sie muss lebendig bleiben und wachsen können.
Ich weiß noch von früher, da sagte man über eine schwangere Frau, sie sei guter Hoffnung. Damit wollte man sagen: Ihr Kind ist zwar noch nicht geboren, sie kann es noch nicht in die Arme nehmen, aber doch ist es bereits da – in ihr – und wächst jeden Tag. Es verändert den Alltag der künftigen Mutter. Doch eines Tages ist es geboren, dieses neue Leben, auf das über die Zeit des Werdens und Wachsens gehofft wurde.
Die Hoffnung lässt Leben wachsen. Sie muss also lebendig bleiben. Ohne sie geht es nicht weiter. Sie schaut über das Jetzt hinaus, ist unverzichtbar und lebensnotwendig, denn sie hilft uns beim Durchstehen schwieriger Zeiten.

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Gedanken zum Monatsspruch April 2026, Joh 20,29

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Geschrieben von: Roland Voigt
Veröffentlicht: 29. März 2026

Jesus spricht zu Thomas: Weil du mich gesehen hast, darum glaubst du? Selig sind, die nicht sehen und doch glauben! (Joh 20,29 – der Monatsspruch)

Diese Seligpreisung Jesu hat eine Vorgeschichte: Nach dem Bericht des Evangelisten Johannes war der Jünger Thomas nicht anwesend, als Jesus nach seiner Auferstehung den Jüngern erschien. Sie erzählten ihm davon, doch er zweifelte im Gegensatz zu den anderen Jüngern, dass der Erschienene wirklich der Jesus war, mit dem er über viele Monate im Land unterwegs gewesen ist. Der den Menschen seine göttliche Macht gezeigt hat, indem er große Wunder tat, Kranke heilte und sogar Tote auferweckte. Der auf diese Weise aus lauter Liebe zu den Menschen ihnen einen Blick in den Himmel gewährte, wo es keine Not, kein Leid, kein Elend und keinen Tod mehr gibt, sondern wo das Leben in der Gemeinschaft mit ihm und Gott, seinem Vater, auf ewig davon befreit ist, also heil ist. Thomas wollte sich bei der nächsten Erscheinung selbst davon überzeugen, dass es wirklich dieser Jesus ist, indem er seine Wunden berührt. Er wollte glauben können, dass er wirklich auferstanden ist, wie es die anderen Jünger ihm berichtet hatten. Er wollte glauben können, dass der Tod die Liebe und die Macht dieses Jesus nicht hat brechen können – gegen allen Anschein in der Welt.
Als Jesus das nächste Mal den Jüngern erschien, forderte er Thomas auf, seine Finger in die Wundmale zu legen, damit auch er glauben kann. Doch Thomas tut das nicht, sondern bekennt sich stattdessen zu ihm mit den Worten, die vorher noch nie einer zu Jesus gesagt hatte: „Mein Herr und mein Gott!“ Durch das wunderhafte Erscheinen des Auferstandenen konnte er nun an ihn, den Gottessohn, glauben. Er erkannte ihn als seinen Herrn und seinen Gott. Nun spricht Jesus: Weil du mich gesehen hast, darum glaubst du? Selig sind, die nicht sehen und doch glauben!

Wohl denen bzw. glücklich dürfen sich die preisen (so hier Umschreibungen des Selig-Seins), die an Jesus als ihren auferstandenen Herrn und Gott glauben, auch wenn sie ihn nicht sehen. Diese Seligpreisung ist bereits ein Wort Jesu an alle, die der Generation seiner Jünger, denen er erschien, folgen werden, also auch an uns heute. Niemandem nach dieser Generation der Augenzeugen ist er leiblich erschienen. Niemand kann sich deshalb seither wie sie davon überzeugen, dass er tatsächlich der ist, der Macht über Leben und Tod hat und der die Auferstehung und das Leben bleibend verkörpert. Denn er, der vom himmlischen Vater Gesandte, ist zurückgekehrt zu ihm. Das hatte Jesus seinen Jüngern schon in seinen Abschiedsreden vor seiner Verhaftung, Verurteilung und Kreuzigung angekündigt.

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Gedanken zum Monatsspruch März 2026, Joh 11,35

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Geschrieben von: Roland Voigt
Veröffentlicht: 21. Februar 2026

Da weinte Jesus. (Joh 11,35 – Spruch für diesen Monat) Jesus gingen die Augen über; Tränen flossen. Was war geschehen? Warum weinte er? Wir finden die Antwort aus dem Zusammenhang der ganzen Erzählung.
Jesu Freund Lazaraus war todkrank. Seine Schwestern Maria und Marta ließen Jesus das ausrichten. Doch Jesus ließ sich Zeit, zu kommen. Er wusste bereits, dass Lazarus nun verstorben war. Er wollte ihn jedoch auferwecken, um Gott in seiner Machtherrlichkeit zu offenbaren, die im Wunder gleichermaßen mit ihm, seinem Sohn, sichtbar und erfahrbar wird. Sein Ziel war wie bei all seinen Wundern, den Glauben an ihn, den Gottesssohn und Lebensspender zu wecken, um die Menschen von den lebenszerstörenden Mächten zu befreien, damit sie an seiner Lebensmacht teilhaben können.
Als Jesus nun nahe des Dorfes war, wo die Familie wohnte, hatte er zunächst ein Gespräch mit Marta über die Auferstehung. Er sagte schließlich zu ihr: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, ob er gleich stürbe; und wer da lebt und glaubt an mich, der wird nimmermehr sterben. Glaubst du das?“ (11,25f.) Dann kam auch Maria zu Jesus und mit ihr die ganze Trauergemeinde, um die Schwestern zu trösten. Jesus sah die Schwestern und die Juden weinen. Ihn drängte es nun zum Grab, um das Wunder zu vollbringen. Nun weint auch er.
Der Grund wird uns nicht genannt, jedoch erschließt er sich aus dem hier kurz dargestellten Zusammenhang. Oft wird gesagt, er weinte aus Schmerz, weil sein Freund Lazarus nun tot war. Aus dem Zusammenhang jedoch wird deutlich, dass das nicht sein kann. Jesus wollte durch das Auferstehungswunder, das er nun am Grab vollbrachte, seine Göttlichkeit offenbaren, damit die Menschen zum Glauben an ihn kommen und so frei werden zu einem Leben in Ewigkeit, das es nur bei Gott und somit bei ihm als Gottessohn gibt. Denn der Tod ist für ihn nicht das Letzte für den Menschen. Das spätere Osterereignis – seine Auferstehung von den Toten als Sieg über den Tod – bezeugt dies aller Welt eindrücklich.
Der Grund, warum Jesus weinte, liegt also woanders. Er weinte mit denen, die trauerten. Er fühlte mit ihnen, fühlte ihren Schmerz, war tief gerührt und ergriffen. Aus emotionaler Empathie, aus tiefem Mitgefühl gingen ihm die Augen über. Das heißt: Uns Menschen ist im gottgleichen Jesus zugleich der menschgleiche Jesus nahe in allem, was das Menschsein ausmacht, außer der Sündhaftigkeit.

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Gedanken zum Monatsspruch Februar 2026, Dtn 26,11

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Geschrieben von: Roland Voigt
Veröffentlicht: 29. Januar 2026

Du sollst fröhlich sein und dich freuen über alles Gute, dass der Herr, dein Gott, dir und deiner Familie gegeben hat. (Dtn 26,11 – Spruch für diesen Monat)

Wer freut sich eigentlich nicht, wenn ihm Gutes widerfährt. Ich kenne jedenfalls niemanden. Das Gute jedoch mit Gott in Verbindung zu bringen, das sehen in heutiger Zeit die meisten Menschen nicht. Es wird dann meist von Glück gehabt gesprochen oder auch vom Zufall. Es wird auf die eigenen Bemühungen und die Tüchtigkeit verwiesen, um sich des Lebens erfreuen zu können usw. Wie auch immer, viele derjenigen sehen in dem Guten, was ihnen widerfährt und sie sich darüber freuen, keinen Zusammenhang mit Gott. Viele Menschen kenne ich, die sich über das Gute in ihrem Leben nicht weniger freuen als die, die an Gott glauben – jedenfalls sieht es auf den ersten Blick so aus. Doch dazu später mehr.

Der Vers Dtn 26,11 gehört zu einem Glaubensbekenntnis im Rahmen einer Liturgie zum Erntedankfest in Jerusalem in der spätvorexilischen Zeit (Ausgang 7. Jh. v. Chr.). Die Teilnehmer bekunden: Alles, was ich bin und habe, ist mir von Gott geschenkt, ist seine Gabe für mich und die Meinen. Ich lebe davon. Angesichts solchen Glückes werden die Teilnehmer dazu ermuntert, sich darüber zu freuen und fröhlich zu sein. Die Freude ist ja Ausdruck eines solchen Glückes. So auch die Redewendung, der Glückliche freut sich des Lebens.

In der Glücksforschung heißt es: Wahrhaft glücklich sieht sich der Mensch und es erfüllt ihn daher mit Freude und Dankbarkeit, wenn sein Leben von großer Zufriedenheit und Wohlbefinden durchzogen ist, wenn er also zu seinem Leben als Ganzem Ja sagen kann. Das kann er erreichen, indem er soziale Beziehungen eingeht und pflegt, die Freuden des Lebens genießt, Sport treibt, Kunst und die Natur bewusst auf sich einwirken lässt, meditiert und in allem, was er tut, einen Sinn für sich und andere erkennt. Allerdings wird auch darauf hingewiesen, dass wahres, vollkommenes Glück durch solche „self made man“-Praktiken nicht vollständig erreichbar ist. Glück, Lebensfreude bleiben bruchstückhaft und sind nicht dauerhaft. Denn selbst bei Menschen, die sich wirklich glücklich preisen, leuchtet letztlich immer am Horizont der vorhandenen Wirklichkeit etwas davon auf, dass das bisher erreichte Glück doch nicht vollkommen ist. Da wird erkannt: Vollkommenes Glück und Lebensfreude sind letztlich nicht verfügbar und nicht machbar.

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Gedanken zum Monatsspruch Dezember 2025, Mal 3,20

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Geschrieben von: Roland Voigt
Veröffentlicht: 28. November 2025

Im Advent gibt es zahlreiche Traditionen, die über Hunderte von Jahren gewachsen sind: Adventskalender, Adventskränze, Advents- und Weihnachtslieder, Geschichten um Weihnachten, selbstgebackene Plätzchen, Weihnachtsmärkte, Konzerte, Lichterketten, Gottesdienstbesuche, Verwandte und Freunde besuchen, mit ihnen feiern und essen, Gemeinschaft pflegen. All das trägt zum besonderen Charakter von Weihnachten und der Adventszeit davor bei, weil – so verstehen es die meisten – Weihnachten eben ein Fest der Liebe ist. „So könnte man sagen, dass Weihnachten kein bestimmter Zeitpunkt, nein, auch keine Jahreszeit ist, sondern vielmehr ein Gefühl.“ Dies las ich vor zwei Jahren in einer Zeitschrift. Und in einer Konferenz vor vielen Jahren sagte einer der Teilnehmer: „Wenn es Weihnächten nicht gäbe, müsste es erfunden werden.“ Doch was hat es auf sich mit Weihnachten als Fest der Liebe?

Wir müssen weit ausholen, um den Spruch für diesen Monat mit in den Blick zu bekommen. Er steht im Buch des Propheten Maleachi und stammt wohl aus der Zeit zwischen 250 bis 300 vor Christi Geburt. Darin kündigt Gott sein Kommen damaligen Juden an: Gott spricht: Euch aber, die ihr meinen Namen fürchtet, soll aufgehen die Sonne der Gerechtigkeit und Heil unter ihren Flügeln (Mal 3,20). Das im Alten Orient weit verbreitete Motiv der geflügelten Sonnenscheibe galt als Symbol von heidnischen Sonnengöttern, die Heil und Gerechtigkeit bringen sollen. Hier jedoch wird Gott selbst Heil und Gerechtigkeit bringen – und zwar an einem kommenden Tag, seinem endgültigen Gerichtstag. Da wird er die übermütigen Gottlosen im Gottesvolk vernichten. Die ihm aber treu geblieben sind trotz des Spottes, der Verhöhnung und der Schmach durch jene, wird er erretten. Darauf dürfen sie hoffen. Das sagte Gott ihnen zu. Auf diesen Tag können sie sich daher schon heute freuen.

In dieser Weise hat sich Gottes Zusage allerdings nicht erfüllt. Es kam ganz anders. Es kam nicht der Tag der Abrechnung, sondern der Tag mit der Geburt des göttlichen Sohnes Jesus in Bethlehem. Mit ihm, in ihm kam Gott selbst in die menschliche Welt, nicht um den Frevlern den Garaus zu machen, sondern weil er die Menschheit liebt und Mitleid mit ihnen allen hat – vor allem mit denen, die unter Unrecht, Unfrieden, Not und Lieblosigkeit leiden, Mitleid selbst mit den Frevlern, den übermütig Gottlosen. Alle, die nun zum Glauben an ihn kommen, werden aus solchen unheilvollen Zuständen befreit und erlangen das ewige Leben, so sagt es Jesus selbst (Joh 5,24). Sie erlangen das Heil in einem Maße, wie es sich Maleachi nicht vorstellen konnte: 1. Gottes Heilsangebot ergeht an alle Menschen und 2. Die vollkommene Gerechtigkeit und das Heil wird allerdings noch nicht innerweltlich, also noch nicht im irdischen Leben vollends erfahrbar, sondern erst am Ende der Zeit. Das besteht in der Teilhabe an Gottes ewiger Gemeinschaft, wo er das Leben in neuer Gestalt vollenden wird.

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  1. Gedanken zum Monatsspruch November 2025, Ez 34,16
  2. Gedanken zum Monatsspruch Oktober 2025, Lk 17,21
  3. Gedanken zum Monatsspruch September 2025, Ps 46,2
  4. Gedanken zum Monatsspruch August 2025, Apg 26,22
  5. Gedanken zum Monatsspruch Juli 2025, Phil 4,6
  6. Gedanken zum Monatsspruch Juni 2025, Apg 10,28
  7. Gedanken zum Monatsspruch Mai 2025, Joel 1,19-20
  8. Gedanken zum Monatsspruch April 2025, Lk 24,32
  9. Gedanken zum Monatsspruch März 2025, Lev 19,33
  10. Gedanken zum Monatsspruch Februar 2025, Ps 16,11
  11. Gedanken zum Monatsspruch Dezember 2024, Jes 60,1
  12. Gedanken zum Monatsspruch November 2024, 2 Petr 3,13
  13. Gedanken zum Monatsspruch Oktober 2024, Klgl 3,22-23
  14. Gedanken zum Monatsspruch September 2024, Jer 23,23
  15. Gedanken zum Monatsspruch August 2024, Ps 147,3
  16. Gedanken zum Monatsspruch Juli 2024, Ex 23,2
  17. Gedanken zum Monatsspruch Juni 2024, Ex 14,13
  18. Gedanken zum Monatsspruch Mai 2024, 1 Kor 6,12
  19. Gedanken zum Monatsspruch April 2024, 1. Petr. 3,15
  20. Gedanken zum Monatsspruch März 2024, Mk 16,6
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